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Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM

ArtGuardian® - Hightech schützt Kunst Fraunhofer-Technologie für die Präventive Konservierung steht unmittelbar vor der Markteinführung

Optimale mikroklimatische Bedingungen sind wichtig, um den Verfall von Kunstwerken aufzuhalten und Schäden zu verhindern. Dies erfordert umfangreiches interdisziplinäres Fachwissen und die richtigen Werkzeuge und Methoden. Als größte Organisation für anwendungsorientierte Forschung in Europa hat die Fraunhofer-Gesellschaft in Zusammenarbeit mit dem Rathgen-Forschungslabor der Stiftung Preußischer Kulturbesitz ein neuartiges System zur präventiven Konservierung von Kunst und Kulturgütern zur Marktreife gebracht.

Ein Besuch im Museum ist wie ein Ausflug in eine andere Welt. In Ausstellungen finden Exponate zusammen, die uns auf eine Reise in die Vergangenheit mitnehmen – von Millionen Jahre alten Skeletten ausgestorbener Tiere und Pflanzen, über Relikte untergegangener Zivilisationen bis zu Kunstwerken der Meister unterschiedlicher Epochen –, oder sie katapultieren uns in futuristische Welten. Leider sind Ausstellungen immer auch ein Risikofaktor für die präsentierten Werke. Besonders der Transport, aber auch die Lagerung und das Ausstellen an sich können – wenn nicht optimale Bedingungen herrschen – schnell an die Substanz gehen.

ArtGuardian®, ein Hightech-System der Fraunhofer-Gesellschaft zum Schutz von Kunst und Kulturgütern, schafft hier Abhilfe. Es ermöglicht ein durchgehendes, manipulationssicheres Monitoring der mikroklimatischen Bedingungen, denen Kunstwerke – bei Ausstellung, Transport und Lagerung – ausgesetzt sind, egal wo in der Welt sich das Kunstwerk gerade befindet.

Dabei greifen drei Komponenten aus unterschiedlichen Disziplinen ineinander: Autonome ArtGuardian-Sensoren messen Temperatur, relative Luftfeuchte, Stärke der Beleuchtung und Erschütterungen direkt am Werk und senden diese Werte an die ArtGuardian-Software. Über diese IT-Plattform erhält der Eigner des Kunstwerks Zugang zu einer lückenlosen Dokumentation der Belastungskollektive sowie zu allen verfügbaren Dienstleistungen. Des Weiteren wertet ein Prognoseassistent die gemessenen Daten anhand des integrierten ArtGuardian-Regelwerks aus und warnt vor potentiellen Risiken.

Das ist aber nur der Anfang, denn die Komponenten können noch viel mehr. Nicht nur die Messergebnisse in der Plattform sind absolut manipulationssicher, sondern auch die Sensoren selbst lassen sich kaum überlisten: Jeder Versuch, den Sensor vom Kunstwerk zu entfernen, wie auch eine unerwünschte Verbringung des Werkes, lösen Alarm aus. Die ArtGuardian-Software zeigt dem Eigentümer die Messergebnisse nicht nur an, sie warnt ihn auch, wenn auf das Werk abgestimmte Wertebereiche verlassen werden und gibt Handlungsempfehlungen. Somit ist ArtGuardian sowohl für Profis als auch für den privaten Kunstliebhaber ein richtiger Hightech-Schutzengel für Kunstwerke.

Während für die Experten in Museen und Galerien ein umfassendes, manipulationssicheres Monitoring im Vordergrund steht, bietet das ArtGuardian-Regelwerk dem privaten Nutzereinen auf seine Bedürfnisse zugeschnittenen Zugang zum Stand des Wissens im Bereich der präventiven Konservierung. Es ermöglicht ihm, auch ohne umfangreiche Kenntnisse der Konservierungswissenschaft, seine Schätze durch optimale Bedingungen zu erhalten.

Wer über den Alarm informiert werden soll, kann vom Eigentümer ebenso beliebig konfiguriert werden wie die Berechtigungen zur Einsicht der Messergebnisse.

ArtGuardian® wird auf der MUTEC 2012 (22. bis 24. November in Leipzig) erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Die Fraunhofer-Forscher präsentieren das System in Halle 2, Stand H30 (Fraunhofer-Gemeinschaftsstand).

Die Kommerzialisierung beginnt im ersten Quartal kommenden Jahres.