Am IZM geht die Sonne auf – Best Poster Award für Ökobilanz von Solarstromanlagen

Berlin, Paris / 5.10.2013

Wie ist es eigentlich um die Nachhaltigkeit von Photovoltaik-Systemen bestellt, die ‚sauberen’, umweltfreundlichen Strom aus Sonnenenergie gewinnen sollen? Wie lässt sich die Umweltperformance von Solarstromanlagen optimieren? Mit diesen Fragen setzten sich Karsten Schischke vom Fraunhofer IZM und seine Kollegen von der TU Berlin in zwei europäischen Forschungsprojekten auseinander. Für die Ergebnisse seiner Arbeit wurde er nun mit dem „Best Poster Award“ der 28. „European PV Solar Energy Conference and Exhibition“ (EU PVSEC), die vom 30. September bis 4. Oktober 2013 in Paris stattfand, ausgezeichnet.

Preisträger Karsten Schischke

Nach einem Diplom-Studium im Fach Technischer Umweltschutz an der TU Berlin ist Karsten Schischke seit nunmehr über 10 Jahren am Fraunhofer IZM in Projekten zur Umweltverträglichkeit von Mikroelektronik aktiv. In der Abteilung „Environmental & Reliability Engineering“ leitet er die Arbeitsgruppe „Environmental Evaluation and Optimization“. Die vom Fraunhofer IZM beförderten Forschungen zum derzeitigen Trendthema Nachhaltigkeit verfolgt er laut eigener Aussage durch die innovative Verknüpfung von Umweltbewertung mit Ökodesign: „Aus der lebenszyklusorientierten Bewertung der Umweltauswirkungen sind Designmaßnahmen abzuleiten für ein optimiertes Produktdesign.“ Schischkes aktuelles Arbeitsfeld umfasst insbesondere die Ökobilanzierung von Elektronik. Im Auftrag der Europäischen Kommission ist er an Studien zur europäischen Ökodesign-Richtlinie in den Bereichen Unterhaltungselektronik, IKT und Werkzeugmaschinen beteiligt.

Hintergrund

Bei den zwei Forschungsprojekten, die in Paris ausgezeichnet wurden, handelt es sich um „LCA to go“ und „ZeroWIN“. LCA steht für Life Cycle Assessment (= Lebenszyklusanalyse): Schischke entwickelte zusammen mit seinem Team ein kostenloses, nutzerfreundliches Web-Tool zur Verbreitung dieser Methode der Ökobilanzierung bei kleinen und mittelständischen Unternehmen. Eine Beta-Version des Tools ist online zu finden (www.lcatogo.simpple.com). „ZeroWIN“ hingegen definiert unter Beteiligung der TU Berlin konkrete Strategien zur Abfallvermeidung und zur optimierten C02-Bilanz bei Photovoltaik-Produkten.

Preisverleihung

Die Forschungsergebnisse wurden auf der 28. EU PVSEC am 1. Oktober 2013 in Form eines Posters mit dem Titel „PV Systems with Lower Environmental Impact: New Strategies and Analysis Tool“ („Photovoltaikanlagen mit geringerer Umweltbeeinflussung: Neue Strategien und Analysewerkzeuge“) von Schischke und seinen Mitarbeitern präsentiert. Zum Team gehörten neben Jan Schneider vom Fraunhofer IZM auch Forscher aus Polen (Institute of Environment Protection Engineering, Wrocław University of Technology) und Spanien (TTA: Trama TecnoAmbiental, Barcelona). Von 1200 Bewerbungen wurde das Poster vom wissenschaftlichen Komitee der EU PVSEC zum Gewinner des Poster Awards im Themenfeld „PV – A major Electricity Source“ gekürt. Der Preis für Schischke und sein europäisches Team unterstreicht damit auch die Kompetenz und Bedeutung des Fraunhofer IZM für interkulturelle bzw. länderübergreifende Forschungskooperativen.