Interview zum Jahresrückblick mit Harald Pötter

Abteilungsleitung RF & Smart Sensor Systems

Dipl.-Ing. Harald Pötter / Abteilungsleiter / Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM
© MIKA-fotografie | Berlin

Fraunhofer IZM: Sehr geehrter Herr Pötter, wir freuen uns sehr, dass Sie die Highlights und Downlights des Jahres 2019 für uns zusammenfassen. Aber beginnen wir doch erstmal mit Ihrer Meinung: Von einer Skala von 1-10, wie zufrieden sind Sie mit den Ergebnissen Ihrer Abteilung?

Harald Pötter: Ich würde sagen wir bekleiden eine 9. Sicher ist immer noch etwas Luft nach oben und wir könnten gerade in den aktuellen für uns relevanten Anwendungsfeldern noch präsenter sein, aber mit unseren Aktivitäten im Bereich 5G, Antennen- und Radaranwendungen sowie insbesondere mit dem Aufbau unseres dritten Standorts in Cottbus sind wir auf dem richtigen Weg. Hier werden unsere Hochfrequenz-Designkenntnisse im Austausch mit den anderen Kollegen am iCampus Cottbus beim Aufbau von Hochfrequenzsensorik hoffentlich noch mehr fruchten.

IZM: Die wichtigsten Worte sind damit schon mal gesagt, aber kommen wir nun mal zu den Details. Was waren die Erfolgsprojekte in 2019 und warum?

HP: Besonders mit AVISAT und Kamerad bin ich sehr zufrieden. Im Auftrag des DLR und im zweiten Fall als BMBF-Projekt sind wir nicht nur um einige Schritte in der Zusammenarbeit mit Forschung und Industrie gewachsen, sondern konnten eindrucksvolle Projektergebnisse physisch vorweisen. Die Sensorfusion von Kamerad in einer Synergie aus Kamera- und Radarsensorik zeigen richtungsweisende Technologien für die Anwendung im autonomen Fahren auf. Außerdem sind wir froh, dass unsere Pilotprojekte zur Eiswarnung mittels des Sensorknoten ASTROSE erfolgreich angelaufen sind und die Sensorknoten seit dem Herbst im Pilotbetrieb laufen.

IZM: Klingt so als würde es da in diesem Jahr noch genug weitere Themen geben, die für Sie und die einzelnen Gruppen in der Abteilung spannend sein können. Welche Themen wären das?

HP: Astrose und auch andere Projekte zielen auf dezentrale künstlicher Intelligenz ab, und zwar direkt vor Ort am Sensorknoten. Aber auch 6G, Radaranwendungen, MIMO-Antennenkonzepte für Kommunikation und Radaranwendungen, sowie Mikrobatterien für medizinische Produkte werden uns beschäftigen.

IZM: Aber sind wir mal ehrlich, es gibt immer Stolpersteine. Auch wenn Sie nicht im Detail darüber reden wollen, was könnte dieses Jahr besser laufen?

HP: Auch wenn es in unserem Institutsnamen steckt und Zuverlässigkeitstests immer sehr wichtig sind, wünsche ich mir eine verkürzte Fehlermöglichkeits- und -einflussanalyse oder kurz Auswirkungsanalyse nach Beendigung der Konzeptphase und vor Aufnahme der Entwicklung. Zu guter Letzt würde ich unsere Themen gerne noch öfter im Internet oder in Printmaterialien sehen. Aber da ist unser Gespräch hier ja schon mal ein guter Anfang.

IZM: Und zu guter Letzt: Wenn Sie sich aussuchen können, wofür Ihre Abteilung steht, was wäre das?

HP: Das kann ich kurz und knapp zusammenfassen: Systemdesign – vom Konzept bis zur Umsetzung.

VIELEN DANK für Ihre Zeit und auch die vielen Projekte in der angewandten Forschung, die Sie und Ihr Team umsetzen.

Harald Pötter

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