Gebündeltes Know-how in der Mikrosensorik

Verbundprojekt „Innovationscampus Elektronik und Mikrosensorik Cottbus“ beginnt seine Arbeit

Cottbus / 19.11.2019

Verbundprojekt „Innovationscampus Elektronik und Mikrosensorik Cottbus“ beginnt seine Arbeit  - Pressefoto (BTU Cottbus)
© BTU Cottbus-Senftenberg
vlnr: Prof. Tillack (Leibniz), Prof. Wehrspohn (Fraunhofer-Vorstand), Prof. Hipp (BTU), Dr. Münch (MWFK), Prof. Schieferdecker (BMBF), Prof. Schenk (Projektleiter), Prof. Tränkle (FBH), Dr. Ndip (IZM)
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Mikrosensoren sind aus unserem täglichen Leben nicht wegzudenken. Sie steuern Jalousien, liefern die Informationen zu Temperatur und Feuchtigkeit für die Heizungssteuerung, als Bewegungssensoren helfen sie festzustellen, ob Personen mit eingeschränkter Mobilität gestürzt sind. Von der Landwirtschaft 4.0 über Smart Health bis hin zur Industrie 4.0 – Sensoren sind die Sinnesorgane der Digitalisierung.
Am „Innovationscampus Elektronik und Mikrosensorik Cottbus“ arbeiten zukünftig 40 Wissenschaftler*innen gemeinsam am Standort Cottbus zusammen, um neuartige Sensoren und darauf basierende Systeme zu entwickeln. Mit dem IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik, dem Ferdinand-Braun-Institut Leibniz-Institut für Höchstfrequenztechnik (FBH), dem Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM) und dem Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme (IPMS) kooperieren vier exzellente außeruniversitäre Partner mit 10 Lehrstühlen der BTU am Innovationscampus.

„Der Einfluss der Mikrosensorik auf praktisch alle Aspekte unseres Lebens ist heute sehr groß. Dennoch befinden wir uns erst am Anfang eines Pro-zesses, der mit hoher Geschwindigkeit zu einer zunehmend hohen Dichte vernetzter Dinge führt, die uns im Leben unterstützen und die Arbeitswelt neu definieren“, so Prof. Harald Schenk, Leiter des BTU-Fachgebiets Mikro- und Nanosysteme, Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Photonische Mikrosysteme Dresden und Projektkoordinator des Innovationscampus. „So breit das Anwendungsfeld von Mikrosensoren ist, so unterschiedlich sind die Anforderungen an deren Funktionalität und Leistungsprofil. Standardlösung können das für besondere Einsatzmöglichkeiten, wie beispielsweise in der Landwirtschaft 4.0, nicht leisten. Vielmehr müssen in differenzierter Abstimmung mit dem Anwender spezifische Lösungen entwickelt werden“, so Prof. Schenk weiter.

Ziel des auch als iCampus bezeichneten Innovationscampus ist es, diesen Bedarf konkret zu erfassen und durch Zusammenführung der Kompetenzen von Universität und außeruniversitären Forschungseinrichtungen zu adressieren.
„Die enge Verbindung der BTU mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft und der Leibniz-Gemeinschaft in den Themenfeldern Sensorik, Mikrosystemtechnik, Photonik und Digitalisierung ermöglicht uns, vorhandene Forschungskompetenzen im ‚Innovationscampus Mikrosensorik‘ am Standort Cottbus zu bündeln und auszubauen“, erklärt die amtierende BTU-Präsidentin Prof. Christiane Hipp.
 

Im Fokus des Projekts stehen dabei der Transfer anwendungsorientierter Forschungs- und Entwicklungsergebnisse in Unternehmen, die Initiierung technologieorientierter Ausgründungen und die Stärkung der Attraktivität der Region für Fachkräfte und Studierende. Hier wird eine enge Verzahnung mit dem seit 2018 vom BMBF geförderten Projekt Innovation Hub 13 der BTU und der TH Wildau stattfinden. Das im Rahmen des Sofortprogramms der Bundesregierung in Höhe von rund 7,5 Millionen Euro finanzierte Verbundprojekt "Innovationscampus Elektronik und Mikrosensorik Cottbus" wird seine Arbeit offiziell am 15.11.2019 aufnehmen. Der Bund will die vom Kohleausstieg betroffenen Regionen zusammen mit den Ländern bis zum Jahr 2038 beim Strukturwandel unterstützen. Zu diesem Zweck wurde für die Jahre 2019 bis 2021 ein Sofortprogramm für die Braunkohleregionen aufgelegt. Dafür stehen im Rahmen bestehender Bundesprogramme kurzfristig insgesamt 240 Millionen Euro bereit, darunter 80 Millionen Euro für Brandenburg. Für die längerfristige Unterstützung des Strukturwandels wird der Bund voraussichtlich im Frühjahr 2020 das „Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen“ mit einem Finanzvolumen in Höhe von insgesamt 40 Milliarden Euro beschließen. Davon erhält Brandenburg jährlich mehr als 500 Millionen Euro bis 2038.