Ökobilanzen

Mit fundierten Ökobilanzen zu nachhaltigen Designentscheidungen

Langlebige Elektronikgeräte können einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Gesellschaft leisten. Das Fraunhofer IZM unterstützt Hersteller bei der Entwicklung und Umweltoptimierung entsprechender Produktkonzepte. Dank einer umfassenden Ökobilanz des modularen Fairphone 2 konnte aufgezeigt werden, mit welchen Umweltauswirkungen die Produktion eines Smartphones verbunden ist und wie ein modularer Ansatz zu einer verbesserten Ökobilanz führen kann.

Der CO2 -Fußabdruck als Maßzahl für den Beitrag zum Klimawandel des Fairphone 2 über eine Lebensdauer von drei Jahren beträgt etwa 44 kg CO2 -Äquivalente. Davon werden 80 Prozent bereits in der Herstellungsphase verursacht. Den wesentlichen Anteil liefern die aufwändig gefertigten Halbleiterbauelemente und die Leiterplattenherstellung. Auch die Modularisierung des Smartphones verursacht zunächst weitere Umweltlasten, insbesondere für Board-zu-Board-Stecker und Modulgehäuse.

Die zusätzliche Leiterplattenfl äche für die hinzukommenden Steckverbinder macht sich ebenfalls in der Ökobilanz bemerkbar. Andererseits werden diese Umweltauswirkungen mehr als ausgeglichen, wenn die Nutzer das Gerät im Schadensfall deutlich einfacher und kostengünstig durch den Austausch einzelner Module selber reparieren und somit in Verwendung halten können. Display und Batterie tragen gegenüber den Elektronikbaugruppen vergleichsweise weniger zum Treibhauspotenzial bei, sind jedoch häufi g die lebensdauerbegrenzenden Komponenten. Daher sollten die Batterie bei nachlassender Kapazität und das Display im Schadensfall einfach austauschbar sein, um die elektronischen Baugruppen möglichst lange verwenden zu können. Modularisierung bietet zudem die Möglichkeit, ein Smartphone aufzurüsten, so dass es mit den Bedürfnissen der Nutzer »mitwächst«, statt durch ein neues Gerät ersetzt zu werden. Damit steigen jedoch auch die Anforderungen an Langzeitkompatibilität und Zuverlässigkeit.

In jedem Fall helfen die Erkenntnisse aus einer fundierten Ökobilanz dabei, Designentscheidungen zu treffen, Produkt- und Geschäftsstrategien anzupassen und Prioritäten für eine ökologische Optimierung einzelner Herstellungsprozesse abzuleiten.

Mit fundierten Ökobilanzen zu nachhaltigen Designentscheidungen - Fraunhofer IZM / fairphone
© Foto Fraunhofer IZM

Wie kann man die Ökobilanz von Smartphones verbessern?

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