Forschungsschwerpunkte

Umweltbewertung und Ökodesign

© Fraunhofer IZM
Iameco PC Photo by Kevin Mcfeely
© MicroPro | Photo by Kevin Mcfeely

Iameco PC

Zur Bewertung der Umweltperformance von Produkten ist eine detaillierte Kenntnis des Aufbaus, der Herstellung und der Nutzung des zu bewertenden Produktes erforderlich. Nur so kann sichergestellt werden, dass bei der Bewertung die entscheidenden Faktoren Berücksichtigung finden.

Mit Lebenszyklusmodellierungen wie Ökobilanzen oder Carbon-Footprint-Analysen werden die dominierenden Lebensphasen sowie die entscheidenden Einflussparameter hinsichtlich der Umweltrelevanz identifiziert. Neben dem Erstellen eigener Umweltbewertungen werden die fundierten Kenntnisse der Methodik und der Elektronik genutzt, um Ökobilanzstudien nach ISO 14040 und ISO 14044 während des Bewertungsprozesses zu begleiten und zu reviewen.

Am Fraunhofer IZM werden Product Category Rules für Elektronik entwickelt. Diese helfen, die Anwendbarkeit von Bewertungsstandards bei unterschiedlichen Produkten zu verbessern und ermöglichen die Vergleichbarkeit der Ergebnisse.

Solche Umweltbewertungen bieten die Möglichkeit, die von einem Produkt ausgehenden Umweltbelastungen detailliert abzubilden. Dies erfordert ein sehr aufwendiges Vorgehen. Daher entwickelt das IZM auch Screeningindikatoren wie den TPI (Toxic Potential Indicator) und den RARI (Resource Availability Risk Indicator), um mit wenig Aufwand Richtungsentscheidungen zu ermöglichen.

Um Umweltbelastungen im Vorhinein zu minimieren, ist es wichtig, bereits beim Design neuer Produkte anzusetzen. Durch die Integration von Umweltfragen in die Entwicklung, basierend auf den Methoden der Umweltbewertung und Produktanalysen, ist es bereits in frühen Phasen der Produktentwicklung möglich, das Design hinsichtlich der Umweltaspekte zu optimieren.

Das Arbeitsgebiet Umweltbewertungen und Ecodesign umfasst:

  • Ökodesign: Methoden und Produktanalysen (Umweltoptimierung von Produkten, Integration von Umweltfragen in die Entwicklung)
  • Lebenszyklusmodellierung (Umweltanalysen von Prozessen, Ökobilanzierung und Critical Review, Screeningverfahren, Parametrisierung bei Ökobilanzen)
  • Carbon Footprinting (Ermittlung von Product Carbon Footprints und Critical Review, Product Category Rules für die Elektronik)
  • Eco-Reliability

Bewertungsmethoden

Zukünftige innovative Produkte hoher Qualität und Zuverlässigkeit sowie mit überzeugenden Gebrauchseigenschaften müssen über den gesamten Lebenszyklus betrachtet ebenso kosteneffizient wie umweltverträglich sein. Immer mehr Unternehmen erkennen dies als vielversprechende Marktchance und versuchen, diese neuen Anforderungen an ihre Produkte bereits beim Entwurf zu berücksichtigen.

Projekte im Bereich Umweltbewertung und Ökodesign

Ökobilanzen

Mit fundierten Ökobilanzen zu nachhaltigen Designentscheidungen.

Langlebige Elektronikgeräte können einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Gesellschaft leisten. Das Fraunhofer IZM unterstützt Hersteller bei der Entwicklung und Umweltoptimierung entsprechender Produktkonzepte.  

LCA to go

Verbreitung der Anwendung von Ökobilanzen in kleinen und mittleren Unternehmen Europas Entwicklung bedarfsgerechter Methoden und Softwaretools für innovative Schlüsselsektoren

Energieeffiziente Lösungen für IKT-Infrastrukturen (IT2Green)

Im Forschungsprogramm IT2Green werden von 10 Modellprojekten energieeffiziente Lösungen für IKT-Infrastrukturen entwickelt. Das Fraunhofer IZM leistet mit der wissenschaftlichen Begleitforschung einen Beitrag zur Qualitätssicherung, zur erfolgreichen Umsetzung und zum effektiven Wissenstransfer.

Globale Initiative „Solving the E-waste Problem” (StEP)

Elektronikschrott enthält wertvolle Ressourcen – und verursacht erhebliche Umweltbelastungen. Eine weltweite Initiative nimmt sich des Themas in allen seinen Facetten an: Reuse und Recyclingstrategien, Anforderungen an das Produktdesign, das politische Umfeld und die Wissensvermittlung.

Anwendbarkeit von Carbon-Footprint-Methoden für den IKT-Sektor (ICT CFP)

Die durch den IKT-Sektor verursachten Umweltbelastungen nehmen zu, die exakte Quantifizierung der Treibhausgasemissionen von IKT-Produkten, Services, Netzwerken und Unternehmen ist jedoch eine Herausforderung. Dieses Projekt untersucht die existierenden Carbon-Footprint-Methoden unter dem Gesichtspunkt der Anwendbarkeit für den IKT-Sektor.

Materialeffizienz der Ökodesign-Methodik MEErP

Im Fokus dieses Projektes steht die Bewertung der Erweiterung der Ökodesign-Methodik (MEErP) für energieverbrauchsrelevante Produkte (EuP/ErP) um das Konzept der Materialeffizienz.

BMBF Nachwuchsgruppe

Obsoleszenz als Herausforderung für Nachhaltigkeit
 

Die sieben Mitglieder der Nachwuchsgruppe vertreten komplementäre Disziplinen: Wirtschafts-, Rechts- und Ingenieurwissenschaften, Soziologie und Psychologie. Durch eine enge Zusammenarbeit mit Praxispartnern werden in diesem inter- und transdisziplinären Forschungsprojekt Akteure und Zielgruppen identifiziert und aktiviert, von denen Veränderungsprozesse ausgehen können.